Soll es eine deutsche Atombombe geben? Oder doch einen gesamteuropäischen Schutzschirm? Werden die Amerikaner im Falle eines Falles Europa beistehen? Oder soll sich die deutsche Regierung stärker für Abrüstung und ein Verbot von Atomwaffen einsetzen?
Fragen, die in einer zunehmend volatilen Welt gestellt werden müssen. Fragen, mit denen sich recht wenig auseinandergesetzt wird, wenn nicht gerade mit Atomwaffen gedroht wird wie im Ukrainekrieg oder es darum geht, ob die USA unter Donald Trump im Krisenfall noch ein verlässlicher Partner sein werden.
Fragen, mit denen sich Oberstufenschüler:innen des Otto-Hahn-Gymnasiums, des Eduard-Spranger-Gymnasiums und der Maria-Ward-Schule im Rahmen des zweiten Landauer Demokratietages auseinandersetzten.
Dafür haben sie in einem Planspiel, das von Gregor Walter-Drop von der Friedensakademie Rheinland-Pfalz durchgeführt und moderiert wurde, die Rollen verschiedener Interessengruppen und Institutionen eingenommen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen (GPPI, BWUni, NATO DC, IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative, CTBTO, ICAN). Im Sinne von Lobbygruppen wurde versucht, die deutsche Regierung, repräsentiert vom Außenministerium, dem Verteidigungsministerium und dem Bundeskanzler, vom jeweiligen Standpunkt zu überzeugen, so dass die Bundesregierung am Ende eine wohl überlegte Entscheidung treffen sollte.
Nach intensiven Diskussionen wurde für eine deutsche Bombe in enger Absprache mit der französischen Regierung plädiert. Dieses Konstrukt sollte aber offen bleiben für weitere Interessierte an einer atomaren Beteiligung.
Deutlich wurde den Teilnehmer:innen, wie Aushandlungsprozesse ablaufen können, wie um Kompromisse gerungen wird, wie notwendig es ist, sich in die Rolle der anderen Diskussionsteilnehmer:innen zu versetzen. Im Grunde ein Lehrbeispiel politischer Meinungsbildung in einer demokratischen Gesellschaft.
Zwei anwesende Beobachter des Planspieles von IPPNW und dem Netzwerk Friedenskooperative lobten die realitätsnahen Gespräche und auch die im Grunde realistische Entscheidung der Bundesregierung. Auch die Bereitschaft, sich mit fremden Schüler:innen in Diskussionen zu begeben, wurde hervorgehoben.
Ein großes Dankeschön gebührt der Friedensakademie und Herrn Walter-Drop, dass sie den Teilnehmer:innen diese Erfahrung ermöglicht haben. Weitere Veranstaltungen sind geplant.








