Wer war eigentlich Pierre de Coubertin und warum wurde eine Medaille und sogar ein Sportcamp nach ihm benannt? Wenn Sie sich auch gerade solche Fragen stellen, dann geht es Ihnen genauso wie mir, als meine Französischlehrerin anfangs auf mich zukam und meinte: „Du bist ja ganz gut in Französisch und sportlich bist du auch. Na dann probiere mal dein Glück.“ Knapp einen Monat später hatte ich dann auch schon meine Zusage und ich fing an, meinen Koffer zu packen.

Mittlerweile habe ich herausgefunden, wer Pierre de Coubertin ist: Er war Franzose, lebte von 1863 bis 1937 und war der Begründer der modernen Olympischen Spiele. Sein Ziel war es, durch einen vereinten olympischen Geist zur Völkerverständigung und zum allgemeinen Frieden beizutragen. Durch die Gründung des Olympischen Komitees mit Sitz in Lausanne (Schweiz) 1894 ermöglichte er es vielen Athleten, ihr Können auf olympischer Ebene unter Beweis zu stellen und besiegelte damit die Zukunft des internationalen Sports. So viel zur Geschichte.

Jedenfalls durfte ich einer von acht Sportlerinnen und Sportlern aus Rheinland-Pfalz sein, die zusammen mit drei Luxemburgerinnen und sieben weiteren Sportlerinnen und Sportlern aus Frankreich eine Woche am Genfersee in Évian (Frankreich) verbrachten. Wir waren Teil des sogenannten Pierre de Coubertin-Camps. Auf dem Programm des Camps stand ein bisschen Sport, ein bisschen Kultur und ein bisschen Bildung, wie es eine unserer drei Teamerinnen, die während der gesamten Woche auf uns aufgepasst haben, schön zusammenfasste. Jeder Morgen fing mit einem Kennenlernspiel zum Wachwerden an. Danach variierte es von Tag zu Tag. Ganz nach Pierre de Coubertins Vorstellung, eine tiefgreifende Völkerverständigung durch Sport zu erreichen, spielten wir Volleyball, veranstalteten eine Miniolympiade oder verköstigten Spezialitäten des jeweiligen anderen Landes. Wir bekamen aber auch Besuch einer französischen Spitzensportlerin, die uns Tipps fürs Sportlersein und Ratschläge für eine erfolgreichen Karriere mit allem, was dazugehört, gab. So konnte man Antworten zu vielen seiner Fragen bekommen. Ein anderes Mal machten wir eine kleine Rallye durch Évian und gingen danach an den See, um uns auf Stand-Up-Paddleboards und Kanus abzukühlen. Das große Highlight war jedoch die Zeremonie im Olympischen Museum: Bereits einen Tag zuvor mussten wir kleine Vorträge zu den olympischen Werten und was sie für uns bedeuten vorbereiten. Am großen Tag ging es dann per Boot nach Lausanne, das genau gegenüber von Évian auf der anderen Seite des Genfersees liegt. Nach einer Fotochallenge am Vormittag war es dann auch soweit und wir wurden über die lange Treppe vor dem Museum und einen roten Teppich im Inneren zu einem Vortragssaal geführt. Nachdem wir alle stolz unsere vorbereiteten Plakate begleitend mit ein paar Worten vorgestellt hatten, bekamen wir unsere Pierre-de-Coubertin-Medaillen und die passenden Urkunden dazu. Anschließend lag der Besuch im Museum an.

Leider war das auch schon einer der letzten Tage unserer gemeinsamen Woche und uns war schon allen mulmig vor der Abreise. Nicht unbedingt waren es die neun Stunden Autofahrt, vor der wir Angst hatten, sondern der Fakt, dass wir vermutlich viele dieser großartigen und besonderen Menschen nie mehr in unserem Leben sehen werden. Am letzten Abend haben daher alle verzweifelt versucht, von jedem noch eine Unterschrift auf seinem T-Shirt zu ergattern. Dann war die Woche auch schon vorbei und wir betraten wieder unseren kleinen Bus zur Heimfahrt mit vielen tollen Erfahrungen und Eindrücken, die man in seinem Leben einfach nicht vergessen wird.

Für alle diejenigen, die vielleicht noch wegen ihren Französischkenntnissen oder Ähnlichem zögern sich anzumelden: Mir ging es ganz genauso. Im ersten Moment mag es etwas komisch sein, aber es lohnt sich, allein schon wegen dem unglaublichen Gruppenzusammenhalt, den man dort erlebt. Außerdem verbindet euch alle etwas von Anfang an: die Faszination des Sports.

 

Niels Specht (10c)
Betreuende Lehrerin: Barbara Wittmann