Am Dienstag fuhren wir mit einer Gruppe von neun Schülern, Herrn Gerriets und Frau Dauber um 15 Uhr in Landau ab. Den anschließenden Aufenthalt in Karlsruhe konnten wir nutzen, um noch einmal etwas zu essen, und danach begann die Fahrt mit dem Bus: In 15 Stunden von Landau nach Kędzierzyn-Koźle – erstmalig verzichteten wir auf den Flug nach Polen.

Wir kamen mittwochs etwa um zehn Uhr an und wurden von unseren Austauschpartnern freudig empfangen. Es ging für uns alle ohne Umwege zur Schule, wo wir frühstückten, offiziell begrüßt wurden und uns in einigen Spielen besser kennenlernten. Anschließend hatten wir Zeit, unsere Umfragen in der Stadt durchzuführen, und fuhren zum ersten Mal in unsere Gastfamilien. Am Donnerstag nahmen wir alle zusammen den Bus nach Breslau. Wir bekamen eine Stadtführung und hatten anschließend noch ein paar Stunden, um zu essen und die wunderschöne Stadt in kleinen Gruppen zu erkunden. Am nächsten Morgen trafen wir uns in der Schule wieder, wo wir uns in unsere drei Gruppen aufteilten und weiter an unseren Projekten arbeiteten: die Auswertung der Umfragen, die Analyse von Stereotypen und ein Theaterstück zu demselben Thema. Nachdem wir fertig waren, durften wir unsere Zeit frei nutzen und blieben noch ein bisschen in der Stadt oder fuhren mit unseren Austauschpartnern nach Hause. Für Samstag war eigentlich eine Wanderung angesetzt, jedoch war es so heiß, dass wir den Plan änderten und stattdessen den Vormittag zusammen im Freibad verbrachten. Den Samstagnachmittag und den Sonntag hatten wir zur freien Verfügung, viele der Schüler unternahmen etwas mit der Familie oder bekamen auch noch weitere Teile der polnischen Kultur mit.

Am Montagmorgen fuhren wir zusammen nach Auschwitz, um uns die Gedenkstätte anzuschauen. Wir bekamen eine interessante Führung durch die Lager Auschwitz I und Auschwitz II Birkenau, die viele von uns ein weiteres Mal nachdenklich stimmte, betroffen über die vielen Schicksale.

Am nächsten Tag vervollständigten wir unsere Projektarbeiten in der Schule und stellten uns unsere Arbeiten anschließend auch gegenseitig vor. Den Nachmittag hatten wir für uns und verbrachten die Zeit noch zusammen am See oder auch in den Familien, da sich unsere Zeit langsam dem Ende zuneigte. Am Mittwoch bekamen wir noch einmal einen besseren Eindruck vom polnischen Alltag bei einer Zeremonie in der Aula zum Ende des Schuljahres. Es war sehr eindrucksvoll zu sehen, wie die Polen mit Fahnenträgern und enthusiastischen Theaterstücken die bevorstehende Vergabe der Zeugnisse feierten. Danach begaben wir uns mit Gepäck beladen und schweren Herzens an den Busbahnhof und verabschiedeten uns von unseren Familien und Austauschpartnern. Trotzdem war die Stimmung heiter, als wir uns um 18 Uhr im Bus auf die Reise begaben. Als wir in Breslau umstiegen, fiel Frau Dauber auf, dass sie ihr Handy im Reisebus vergessen hatte, und sie ließ ihre Beziehungen zu den Busfahrern der letzten Jahre spielen, um es eine glatte halbe Stunde später wieder in den Händen zu halten. Am Donnerstagvormittag eilten wir dann im Teamwork zum Zug in Karlsruhe und kamen sehr erschöpft, aber zufrieden, in Landau an.

Wir hatten eine wunderschöne Woche, in der wir einen kleinen Einblick in die polnische Kultur erhalten haben, und freuen uns alle schon sehr auf den Gegenbesuch im September!

Alina Hobert