„Fit für den (Schul-)Alltag“ machte Mentalcoach Matthias Herzog die Schüler des OHG am Mittwoch, den 29. August 2018. Der zu den Top 100 Speakern zählende Motivationstrainer, der u. a. Spitzensportler, Nationalmannschaften und Bundestrainer coacht, erklärte vormittags den Schülern in einem Erlebnisvortrag, wie sie mehr aus ihrem Potenzial machen können und zukünftig „spitze sind, wenn’s drauf ankommt“. Anhand verschiedenster Beispiele zeigte er, dass „Spaß Erfolg und Erfolg Spaß macht!“ Am Abend konnten sich die Eltern im Vortrag „TYPISCH – Die individuelle Persönlichkeit und ihre Motivation“ davon überzeugen, wie sie ihre Kinder optimal fördern können und wie konstruktive Kritik sowie Lob richtig eingesetzt werden können.

 

 

„Richtig witzig!“, fanden die Schüler der Klasse 5C den Vortrag. Sie hätten viel daraus gelernt, besonders die kurzen Videosequenzen sprachen sie an und zukünftig hätten sie sich vorgenommen: „Ich gebe mein Bestes!“

Herzog, der zuerst aus seinem Leben berichtete – auch über Hürden und Umwege, die er aber doch meisterte – schaffte es, die Schüler mitzureißen. Er erklärte, dass 80 Prozent des Erfolgs im Kopf stattfinden und demonstrierte dies anhand eines Schülerexperiments: Ein auf einer Flasche liegender Tischtennisball musste weggeschnipst werden. Nur, wer sich richtig fokusierte, schaffte es. „Ihr sollt zügig, dynamisch und entschlossen aufs Ziel zugehen!“ Gerade bei den Oberstufenschülern erklärte er, dass die Jüngeren darin besser seien, denn die machten sich noch nicht so viele Gedanken. Denn Angst sei die größte Blockade, die man im Leben habe. Diese Alltagsängste zu überwinden und am durchaus möglichen Misserfolg zu lernen, sei eine sehr wichtige Strategie: „Tu das, wovor du Angst hast!“ Seine Grenzen zu überwinden und etwas schaffen, woran keiner glaubt, dass man es schaffen könne – dafür sei Optimismus wichtig. „Setz deinen Fokus auf das, was du kannst, nicht was fehlt!“, riet Herzog den Schülern. Wenn man falle, hätte man die Möglichkeit liegen zu bleiben oder aufzustehen: „Wenn du immer wieder aufstehst, dann hast du alle Möglichkeiten!“ Gerade aus den Rückschlägen habe er am meisten gelernt. Wichtig sei die Konzentration und der Fokus auf das Positive: Fehler machen, Fehler verarbeiten und diese dann nicht wiedermachen, sondern sich stetig zu verbessern, sei wichtig, das sage er auch Spitzensportlern. Ein Zehntklässler war davon sehr begeistert: „Ich tue jetzt das, wovor ich bisher am meisten Angst hatte!“

Wenn man sich das Positive bewusst mache, führe das zu höherem Erfolg. Verharre man im Stillstand, so sei das ein Rückschritt, denn nur die lebenslange Veränderung sei die einzige Konstante im Leben. Immer offen zu bleiben für Neues, weiter lernen und flexibel sein – nur mit Selbstverantwortung sei dies möglich. Suche man die Schuld immer bei anderen – wie Lehrern oder Eltern – sei kein Vorankommen möglich. Wichtig seien die Ziele, dass man sich Gedanken über das Leben mache, sich etwa frage, welche Talente man habe.

Nur ein Ziel dürfe man – etwa bei der Berufswahl – nicht haben: viel Geld zu verdienen. „Geld ist ein Ergebnis, kein Ziel!“, so Matthias Herzog. Es gebe keinen Zusammenhang zwischen Geld und Glücklichsein – dies erklärte er anhand von Summen, die Profifußballer verdienen. „Geld ist ein positiver Nebeneffekt, aber wichtig ist, dass ich gern tue, was ich tue!“ Zwar schränkte er ein, dass es „100 % Liebe“ im Job nicht geben könne, aber es solle immer ein Sinn dahinter gesehen werden, was man tue. Als Beispiel erzählte er von seiner 4000 Kilometer dauernden Umrundung Deutschlands per Fahrrad für einen guten Zweck. Die Frage nach dem Warum müsse klar sein: „Jeder hat bestimmte Aufgaben im Leben, wenn es da nur ums Geld geht, ist das eine Vergeudung; aber anderen helfen, sie größer machen, Leben verändern“, wenn man dies könne, sei wichtig. Dann habe man erkannt, warum man auf der Welt sei. Wenn man sich dies bewusst mache, dann habe man viele Möglichkeiten.

Aber es gehe weder darum, den Weg des kleinsten Widerstandes zu gehen, noch darum, der Tollste zu werden. Das Ziel solle sein: „Du gibst dein Bestes!“ Auch Scheitern sei in Ordnung, aber trotzdem solle man sein Bestes geben, dann mental daran arbeiten und einen Schritt weitergehen beim nächsten Versuch.

„Ihr könnte das selbst beeinflussen, ihr habt alle Möglichkeiten!“, ermunterte er die Schüler. Anhand eines Videos, das besonders die jüngeren Schülern lustig fanden, nämlich einer davonrennenden Antilope, die letztlich gegen einen Baum prallt, während die Löwen dahinter einfach abwarteten, erklärte er, dass Vermeidungsziele und nur Negatives im Kopf zu haben nicht richtig sei. Denn das Gehirn denke in Bildern und könne ein „Nicht“ nicht verarbeiten. Daher sage er Profihandballern auch schon mal, dass es darum gehe „die Klasse zu erhalten – statt nicht abzusteigen“.

Anstrengungsziele seien wichtig, denn „alles, was du sagst, bekommst du auch“. Demonstriert wurde dies mittels eines Versuchs die Schulter zu drehen, bei dem jeder mindestens 50 Zentimeter weiterkam, wenn er zuvor gut visualisiert hatte, über das erste Ziel hinaus zu gelangen. Spannend fanden die Schüler auch seine Erzählungen, wie er fast zu „Schlag den Raab“ gekommen wäre und über das Casting berichtete. „Am Ende bin ich gescheitert, aber ich konnte herausfinden, wie weit geht es, habe meine Schwächen erkannt und daran gearbeitet.“ Man solle austesten – alles gehe nicht, „aber weitaus mehr ist möglich!“

Als Geschenk gab es für die Schüler am Ende des Erlebnisvortrages das eBook sowie das Hörbuch „Spitze sein“ sowie das Zitat: „Du kannst nur Spitze sein, solange dein Herz voller ist als deine Hose!“

„Inspirierend“ fanden die Oberstufenschüler die 90 Minuten. So sahen das auch die Sechstklässler: „Ich fand den Vortrag gut, weil ich werde das jetzt machen, nämlich daran denken, dass ich es schaffe und nicht, ich schaff’s nicht!“

Umsetzen konnten die Schüler das Gelernte direkt am nächsten Tag beim 15. OHG-Lauf, bei dem der Extremsportler Matthias Herzog selbstverständlich auch mitmachte und 22 Runden durchlief und durch ein Buchgeschenk an die Schule – hundert Bücher „Hauptgewinn Lebensqualität“ – 1265 Euro zum OHG-Lauf beisteuerte. Und auch beim Studientag der Lehrer am darauffolgenden Freitag war Herzog dabei und zeigte den Lehrern Tipps und Motivationsstrategien für den Alltag.

(efk)