Otto Hahn wurde am 8. März 1879 in Frankfurt a. M. als Sohn eines reichen Kaufmannes geboren. 1885 wurde er eingeschult und machte 1897 das Abitur auf einer dem Vorläufer des OHG entsprechenden Oberrealschule. 1898 nahm Otto Hahn das Studium an der Universität München auf und promovierte schon 1901 zum Dr. phil. Im selben Jahr meldete er sich als Freiwilliger zum Militär. Ab 1902 begann Otto Hahn mit seinen Assistenzzeiten, in denen er mehrere neue chemische Elemente entdeckte. Am 22. März 1913 heiratete Otto Hahn Edith Junghans, ihr gemeinsamer Sohn Hanno wurde im Jahr 1922 geboren. Im selben Jahr entdeckte er das „Uran Z“, das später für die Atombomben verwendet wurde. In den 30er Jahren experimentierte er gemeinsam mit Lise Meitner und Fritz Straßmann. Dabei beschossen sie Uran mit Neutronen, um neue Transurane zu erzeugen. Im Sommer 1938 musste Lise Meitner ins Exil nach Schweden fliehen, daher waren es nur Otto Hahn und Fritz Straßmann, denen Ende 1938 der chemische Nachweis von Barium bei diesen Experimenten gelang. Es war demnach nicht wie vermutet das schwerere Radium entstanden, sondern das wesentlich leichtere Barium. Lise Meitner und ihr Neffe Otto Robert Frisch halfen Otto Hahn entscheidend bei der Deutung dieser überraschenden Ergebnisse, indem sie die Hypothese aufstellten, dass große, instabile Kerne wie das Uran eine Art „Taille“ bilden könnten, so dass zwei etwa gleich große leichtere Kerne entstehen, die wegen der gegenseitigen elektrischen Abstoßung mit großer Heftigkeit auseinander fliegen, also kurz gesagt – Otto Hahn war die erste Kernspaltung gelungen.

Für den Nachweis der Entstehung aktiver Bariumisotope aus Uran und Thorium durch Neutronenbeschuss, also der Entdeckung der Möglichkeit, Atome zu spalten, erhielt er mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Nobelpreis. Nach Kriegsende wurde er in England interniert, doch schon ein Jahr später kam er nach Deutschland zurück, wo er in der Folgezeit viele Ehrungen und Auszeichnungen erhielt. So wurden z. B. auch viele Forschungseinrichtungen und Schulen nach ihm benannt. So wurde dann 1967 auch das naturwissenschaftliche-neusprachliche Gymnasium in Landau in Otto-Hahn-Gymnasium umbenannt. Zur Namensgebung besuchte er Landau und hielt auf dem Festakt in der Jugendstilfesthalle seine letzte veröffentliche Rede. Am 28. Juli 1968 starb er 89-jährig in Göttingen.

Audio: Rede zur Eröffnung des OHGs von Otto Hahn (Ausschnitt, ca. 3,5 MB)