COMENIUS-Projekt-Norwegen 2013 PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Auf Reisen im Norden in den Fjorden: Unser Comenius-Projekt mit Norwegen

Nachdem unsere Partnerschüler aus Norwegen uns bereits im Vorjahr in Landau besucht hatten, traten wir - 20 Oberstufenschüler des OHGs, Frau Hafemann und Frau Reiß - den Gegenbesuch nach Nordfjordeid an, um die norwegische Sprache und Kultur aus erster Hand kennenzulernen, am norwegischen Schulalltag teilzuhaben, gemeinsam an unserem Projekt zu arbeiten und einige der schönsten Orte Norwegens zu besuchen.



 

Die Teilnehmer des Comenius-Projekts Norwegen vor dem Briksdaalsbreen



Als wir in Oslo eine zweimotorige Propellermaschine bestiegen, die uns nach Sandane bringen würde, hatten wir bereits einen zweistündigen Flug hinter uns. Dennoch beschlich den ein oder anderen ein mulmiges Gefühl, als er die im Vergleich zu üblichen Reiseflugzeugen kleine Dash 8Q-100 auf dem Rollfeld erblickte. Wir befanden uns auf dem auf dem Weg nach Nordfjordeid, dem Heimatort von zehn norwegischen Schülerinnen und Schülern, die uns ein halbes Jahr zuvor in Landau besucht hatten. Mit dabei, 22 Schülerinnen und Schüler der MSS 12 und MSS 13, sowie die betreuenden Lehrkräfte Frau Hafemann und Frau Reiß.


Bereits am Flughafen der norwegischen Hauptstadt hatten wir die Gelegenheit, landestypische Snacks zu kosten, mussten aber auch eine andere schmerzliche Erfahrung machen: Das im Vergleich zu Deutschland hohe Preisniveau. In Nordfjordeid angekommen, wurden wir von unseren Gastfamilien direkt in Empfang genommen und nach Hause gebracht. Es war Freitagabend und somit hatten wir nun das ganze Wochenende Zeit, unsere Gastfamilien kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam einen ersten Eindruck von Norwegen zu gewinnen. Auch unsere deutschen Mitschüler trafen wir bei gemeinsamen Wanderungen oder Sportveranstaltungen wieder und so gewöhnten wir uns schnell in der neuen Umgebung ein.


Schließlich holte unsere norwegischen Gastfamilien und somit auch uns der Alltag wieder ein und wir trafen uns Montag morgens in der Schule, um im angeschlossenen Kino der Kommune durch den Schulleiter Ove begrüßt zu werden. Unter dem Dach der Eid videregående skole sind ein gymnasialer, sowie ein berufsbildender Zweig vereint und so sahen wir auf unserem Rundgang sowohl gewöhnliche Klassenzimmer als auch solche für Modedesign und die Elektrikerausbildung, sowie Holz- und Metallwerkstätten. Stolz ist man hier auch auf das Opernhaus, welches als eines von nur zweien in ganz Norwegen auch für die aufwendigen Produktionen der Schule zur Verfügung steht. Anschließend begleiteten wir unsere Austauschschüler in den Unterricht und konnten dort eine weitere, für uns erstaunliche, Beobachtung machen: Handys und Laptops dürfen von den Schülern jederzeit verwendet werden und spielen auch im Unterrichtsgeschehen eine wichtige Rolle.


Bereits am nächsten Tag unternahmen wir einen Ausflug an die etwa 50 Kilometer entfernte Küste. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir zunächst eine Lachsfarm, in der über eine Million Lachse in speziellen Käfigen direkt im Wasser des Nordfjord gezüchtet werden, um schließlich in europäische Länder - unter anderem Deutschland – verkauft zu werden. Über enge Straßen, durch beeindruckende Landschaften und noch beeindruckenderen Nebel fuhren wir weiter zu unserem nächsten Ziel: Kråkenes, einem Leuchtturm, der inzwischen als Ferienwohnung vermietet wird. Unsere letzte Station bevor wir uns wieder auf den Rückweg begaben, war der Strand von Refvik, einer der schönsten Badestrände Norwegens.


Auch in den nächsten Tagen wechselten sich Schulbesuche und ein vielfältiges Besuchsprogramm immer wieder ab. Im Unterricht bemühten sich die Fachlehrer, uns möglichst gut einzubinden, indem sie zwischen Norwegisch und Englisch wechselten. An unserem dritten Schultag machten wir uns gemeinsam mit den Deutsch-Schülern der ersten Klasse auf in den Ortskern, um Passanten einen Fragebogen ausfüllen zu lassen, den wir in Deutschland entwickelt hatten. Unser Ziel war es, mehr darüber zu erfahren, welche Kenntnisse, Bilder oder auch Stereotypen über Deutschland und seine Einwohner in Norwegen verbreitet sind. Wir erfuhren, dass die Norweger generell mehr über die Deutschen wissen, als die Deutschen über die; allerdings haben auch die Norweger das Bild vom ordentlichen, pünktlichen Deutschen. Nachmittags hatten wir die Gelegenheit, unter der Anleitung der norwegischen Schülerin Charlotte Lefdal, Fjordpferde zu reiten. Eine weitere landestypische Spezialität stieß bei den deutschen Teilnehmern allerdings auf gemischte Reaktionen: Johan hatte uns zu sich nach Hause eingeladen, um Schafskopf zu essen–ein norwegisches Gericht, dessen Name Programm ist.


Den Abschluss unseres Besuchsprogrammes bildete ein Tagesausflug zum nahegelegenen Briksdaalsbreen, einem Nebenarm des größten europäischen Festlandgletschers, des Jostedaalsbreen. Als wir nach einer langen Busfahrt schließlich dort angelangten, lichteten sich die Wolken und gaben den Blick auf die schroffen Steilwände des Fjords frei. Ein Schotterweg führte uns entlang eines kleinen Flusses, der das Schmelzwasser des Gletschers über mehrere Wasserfälle ins Tal transportierte. An der Gletscherzunge angekommen, bestaunten wir die Eismassen, welche nur einen Eindruck dessen geben, was sich hinter dem Berggrat verbirgt. Gleichzeitig bemerkten wir jedoch auch mit Sorge, dass sich der Gletscher, als Folge der globalen Erwärmung, im Vergleich zu früheren Fotografien weit zurückgezogen hatte. Bei einem gemeinsamen Abendessen im Ort Stryn ließen wir die Eindrücke des Tages auf uns wirken und konnten danach auch noch einige Souvenirs erwerben.


In den letzten zwei Tagen galt es, unser Projekt fertigzustellen und gemeinsam mit unseren norwegischen Austauschschülern und ihren Familien die verbleibende Zeit für weitere gemeinsame Aktivitäten, etwa einen Besuch der jährlich stattfindenden Messe „Eidamessa“, zu nutzen. An unserem letzten Abend in Eid trafen wir uns zu einem gemeinsamen Abschlussessen in der Schule. Nach einer ereignisreichen Woche in Norwegen, in der wir viele neue Eindrücke gewonnen und Freundschaften geknüpft haben, stand nun der Abschied bevor. Sonntagmorgens fanden wir uns am vereinbarten Treffpunkt ein und bestiegen nach der Verabschiedung von unseren Gastfamilien einen Bus, der uns wieder zum Flughafen von Sandane brachte. Erneut flogen wir mit einer kleinen Propellermaschine, die nun bereits freudig auf dem Rollfeld entdeckt wurde und uns sicher nach Oslo brachte. Am Frankfurter Flughafen ging unsere Fahrt sonntagabends schließlich zu Ende und wir verabschiedeten uns von den anderen Schülern, die wir schon wenige Stunden später in der Schule wiedersehen sollten.


 

Der Strand von Refvik, einer der schönsten Badestrände Norwegens


 

Die Schüler des OHGs bei ihrer Präsentation im Kinosaal der norwegischen Partnerschule

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 04. Juli 2014 um 20:39 Uhr
 

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